Willkommen auf Besuch bei Willi Krisch

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Zu Ehren der Gäste, als freundliche Begrüßung: Brot und Wasser. Die wichtigsten Lebensmittel!
 

Der eigentliche Ursprung zu diesem Brauch stammt aus der Bibel  (Mt 26,26-30), es geht um den bekannten Text über "Das letzte Abendmahl". Richtig wäre also, Brot und Wein, wenn lieber Besuch ankommt, und Brot und Wasser bei der Arbeit. Um nicht zu vergessen was dieser Brauch auch für die Marienfelder und, alle Menschen christlichen Glaubens bedeutet, wird an Fronleichnam das "Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi", gefeiert.

„ Brot – ein Blick in die Küche“ Aufnahme von Walther Konschitzky, aus dem Banater Heimatmuseum Würzburg
 

Das im Haus gebackene Marienfelder Weißbrot – ein Blick in die Küche
 

Das so wichtige tägliche Weißbrot stand als das Endergebnis einer langen Kette  aus Arbeit, Können und Tradition. In einem Bauernhaus, mit Bauer, Bäuerin, sechs Kinder, Knecht und Magd  wurde etwa  zweimal  in der Woche, jeweils drei Laib Brot gebacken. Brotbacken war hauptsächlich Frauenarbeit. Das Kneten des Teiges, gewöhnlich in einer hölzernen Wanne, war langwierig und anstrengend. Die Zutaten zum Teig: Weißmehl, Sauerteig oder Hefe, Wasser und Salz. Das wichtigste Utensil zum Brotbacken war der Backofen, er war auch zuständig, im der kalten Jahreszeit, für die Heizung der Wohnung. Aus heutiger Sicht betrachtet war dieser Ofen technisch modern: Effizient, Umweltfreundlich, Nachhaltig, sparsam billig, gefertigt im Wesentlichen aus lokalen Materialien von örtlichen Handwerkern, und betrieben mit fossilen Brennstoffen: geschnittene Reben, Maisstängel, Maiskolben , Stroh, Holzabfälle usw. Der Aufbau des unbeweglichen Backofens, nach alter Tradition, war einfach aber gekonnt. Auf einem 1x1x1 m-würfelförmigen Postament aus Lehmziegel stand der ca. 2 m hohe kegelstumpfförmige Ofen. Der Ofen stand neben der Wand im Wohnzimmer und über einen Durchbruch in der Wand am Fuße eines Schornsteins. Die Wände des Ofens hatten aus Holzlatten, Drähte und gebrannte Tonziegel ein Gerüst das reichlich innen und außen mit Tonmörtel glattgestrichen wurde. Der Ofen hatte eine metallene, hitzebeständige Abdeckung mit einem Griff, noch  vor dem Schornstein, und eine Tür an der Wand vor dem Schornstein. Die Inbetriebnahme des Ofens erfolgte erst nachdem der Ofen durch gekonntes Heizen getrocknet und eingebrannt wurde.
 
Aus Erfahrung wusste die  Magd oder Hausfrau wann der Ofen richtig zum Brotbacken aufgeheizt ist, glättete die Glut und schob den inzwischen leicht gegangenen Hefeteig in den aus Blech gefertigten Backformen in den Ofen auf etwa 20 cm hohe Dreifüße. Richtig gegangen ist das Brot jedoch erst beim Baken. Nicht zu vergessen, auch der Salzkuchen kam in einem Backblech in den Ofen, auf einem Dreifuß. Dieser Salzkuchen, Brotteig etwa 2 cm dick im Backblech verteilt, oben mit Schweineschmalz bestrichen, gesalzen und mit dem Messer eingeritzte Muster, war der Renner bei den Kindern, die gerne  den noch heißen, frisch aus dem Ofen genommenen Kuchen aus der Hand naschten.
 
Bekannt dürfte unter den Nachkommen der Marienfeder, wenn diese auch heute kein im Haus selbstgebackenes Weißbrot mehr kennen, noch bekannt sein, was "Speck und Brot und Paprika" bedeute. "Schmalzbrot mit Salz und Paprika" war beliebt als "Vesperbrot", Manche Kinder (besonders Mädchen) zogen das Marmeladebrot oder Honigbrot vor. Ältere Leute und Kranke schätzten sehr die "ein gebröckelte Einbrennsuppe/Milchsuppe". Die waren leicht verdaulich, gesund und sättigend. (Siehe zu dem letzten Satz:  Seite 528 "Heimatbuch Marienfeld", für weitere Informationen). Man wird heute, in Deutschland bei einen gemeinsamen Essen, den Marienfelder unter den Tischgenossen leicht erkennen, wenn er zwischen Kartoffel oder Brot als Beilage sich entscheiden muss. Er wird sich, sehr wahrscheinlich, für Brot entscheiden.


Der Plutzer

 

Durch die poröse Wand des aus Ton gefertigten Wasserkruges - in Marienfeld/Banat war´s der Plutzer - verdunstete Wasser und hielt dadurch den Inhalt kühl. Je höher die Außentemperatur auf dem Feld oder in der Wohnung, desto kühler das Wasser im Krug. Der Trinknippel am Griff ist gut erkennbar. Im Inneren des Kruges befand sich eine erbsengroße gebrannte Tonkugel, die rappelte beim Bewegen des Kruges. Diese Kühlung funktionierte ohne Batterie, Stromkabel oder PC. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert - Ingenieur massig perfektioniert  - die Kühlung von Bierfässer heute. Nebenbei sei noch erwähnt: mit dem Trinknippel wurden über die Jahre Tonnen von Plastik-Trinkröhrchen eingespart. Damit wurde schon damals zukunftsweisend gezeigt wie die Menge an Plastikmüll geringgehalten werden kann, ohne dass Menschen Verdursten müßten!
 

 
Die Frisur passt ausgezeichnet zum Plutzer, und dieser ist viel schöner, auch mit mehr Bio, als eine neumodische Handtasche aus Plastik!

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